Letzte Therapiesitzung

Hatte ja immer noch eine Therapiestunde übrig – die ich dann diese Woche in Anspruch genommen habe. Die letzte war irgendwann im letzten Jahr, diese hatten wir uns noch offengehalten.

Die Stunde war wie immer sehr gut und hat mich wieder etwas aufgebaut. Meine Therapeutin ist da wirklich sehr gut.

Hatte ihr von meinem ‚Golf-Problem‘ erzählt und auch schon eine vordergründige Begründung für meine Unlust gegeben.

Wenn ich (unter der Woche) alleine auf dem Platz bin, ist es nicht sehr erbauend oder unterhaltsam, mehrere Stunden seinen Trolley durch die Gegend zu schieben und ab und zu mal den Schläger aus dem Bag zu holen und den Ball zu schlagen. Außerdem fehlen mir da oft die Konzentration und Motivation.

Am Wochenende, wenn alle spielen, ist das Problem ein anderes. Da macht es mir sehr viel aus, wenn ich einen schlechten Schlag mache – weil andere dabei zusehen und dann einen negativen Eindruck von mir bekommen.

Ich weiß zwar, dass das Quatsch ist, weil die ja auch alle mal angefangen haben und auch nicht perfekt waren – was sie ja im Übrigen immer noch nicht sind. Aber am ersten Abschlag, wenn der nächste Flight schon hinter einem steht, nicht über den Graben zu kommen, zehrt doch sehr an meinem Selbstbewusstsein.

Ok, meine Therapeutin hat mir dann erklärt, dass diese Überlegungen Quatsch sind, weil mein ‚Golfspiel‘ ja nur ein sehr kleiner Teil meiner Persönlichkeit ist. Und der Abschlag an Tee 1 davon nochmal nur ein Bruchteil ist. Also sie hat mein Leben auf einem Kreis in verschiedene Teile aufgeteilt. Beruf, Freunde/Familie, meine Ehrenämter, mein anderes Hobby, … und mich diese jeweils auf einer Skala von 1-10 bewerten lassen, um mir aufzuzeigen, dass ‚Freizeit‚, ‚Golf‚, ‚an diesem Tag‚, ‚auf der Spielbahn 1‚, ‚am Tee 1‚ nur einen sehr geringen Teil meines Daseins als Mensch ausmachen. (Und außerdem misslingt mir ja nicht immer der Abschlag, manchmal ist er ja richtig gut.)

Und ich solle mir bewusst machen, dass ich nicht für andere, sondern nur für mich spiele.

Hab mir dann auch folgendes Mantra notiert …

  • ich spiele für mich
  • ich erlaube mir, dass andere denken, ich hab es nicht drauf
  • ich mache mich von anderen nicht abhängig
  • ich gebe anderen keine macht über mich

Werde ich mir mal auf einen Zettel schreiben und ins Golfbag tun. Oder auswendiglernen.

Davon unabhängig werde ich mir nochmal ein paar Therapiestunden verschreiben lassen. Auch wenn ich die wohl eher unregelmäßig (vielleicht so alle 2 Monate mal eine) nehmen werde. Just for the case …

Golf

Hatte ja im Herbst 2015 begonnen, Golf zu spielen. Wobei es ’spielen‘ natürlich (noch) nicht trifft. Konkret hatte ich einen Platzreifekurs gemacht und mich zum 1. Januar 2016 auch in einem Club angemeldet.

Hat mir auch einigermaßen Spaß gemacht und ich war über den Winter 2015/2016 und im vergangenen Jahr auch 2 mal die Woche auf dem Platz. Auch das eine oder andere 9-Loch-Turnier mitgespielt und meine Spielvorgabe verbessert.

Und dann kam der Winter. Wegen Schnee und schlechtem Wetter war der Platz oft gesperrt –  was mir aber entgegenkam, da ich dadurch nicht auf den Platz ‚musste‘. Auch als es jetzt mit dem Wetter wieder besser wurde, wurde meine Motivation nicht besser.

Ich hatte immer morgens auf der Website des Clubs nach den Platzbedingungen erkundigt. Und war meist froh, dass ich eine Entschuldigung/Ausrede hatte, nicht hinzugehen. „Platz gesperrt wegen Schnee„, „Platz gesperrt bis Frostende„, „Wintergrüns„, „Sommergrüns, keine Trolleys erlaubt„, usw. usf

Dieses Jahr war ich auch dann erst einmal auf dem Platz. Hatte mich dann doch mal am Wochenende eingetragen. An dem Tag war zwar auch wieder „Platz gesperrt bis Frostende“ angesagt, das hatte sich bis 1000 Uhr aber wieder gegeben. Mist!

Naja, bin dann hingefahren. Erst ne Stunde auf der Range und dann 9 Loch mit einer 3-köpfigen Familie. Die Runde an sich war zwar nicht ganz übel, die Familie war jetzt nicht so der Wunschpartner, aber besser als nichts. Und ich war ein paar Stunden draußen an der frischen Luft und hinterher gings mir besser. Wie so oft.

Im Grunde sind es (meist) diese 2 Situationen:

  1. Ich bleibe zuhause, ‚vertrödele‘ den Tag, lese, gucke Serien, fahr mal in die Stadt oder tue andere mehr oder weniger unproduktive Dinge. Und Dinge, die getan werden müssten (Wohnung putzen/aufräumen, Steuererklärung, sich etwas mehr bewegen, …) mache ich auch nicht. Am Ende des Tages bin ich unzufrieden.
  2. Ich ‚überwinde‘ mich, gehe auf den Platz, bin ein paar Stunden draußen (auch wenns oft nur 9 statt 18-Loch werden) und am Ende des Tages gehts mir besser.

Nennt man übrigens Marshmallow-Effekt.

Ich weiß zwar, dass es mir guttut, aber ich krieg 1.) erstens den Arsch nicht hoch, und 2.) verliere ich irgendwann die Lust am neuen Hobby. Geschichte wiederholt sich. Tennis, Radio, Fallschirmspringen, Gitarre lernen. Zuerst sehr motiviert und irgendwann geht das Interesse weg.

15 Monate

15 Monate sind seit dem letzten Post vergangen.

15 Monate.

15 Monate, in denen ich glaubte, meine Krankheit überwunden bzw. sie im Griff zu haben.

Das war offenbar ein Trugschluss. Aktuell geht es mir so schlecht wie seit langem nicht. Es gibt zwar immer wieder Phasen, in denen ich mich mit irgendwas beschäftige und es mir dann gut geht. Nach diesen kurzen Phasen finde ich mich allerdings wieder in diesem tiefen Loch. Die Freude – so sie denn mal da ist – ist meist nur von kurzer Dauer.

Selbst mein neues Hobby Golf, das mich anfangs sehr begeistert hat, ist mir aktuell keine große Hilfe. In den letzten 4 Wochen war ich gerade mal einmal auf dem Platz. Ich hab das zwar meist mit dem schlechten Wetter (Wintergrüns, kalt, keine Trolleys) begründet, aber es war was anderes. Wie schon in der Vergangenheit hat mein anfangs überschwängliches Interesse an neuen Hobbys recht schnell nachgelassen und ich hab sie aufgegeben. Wahrscheinlich kann ich mich nicht dazu motivieren, an etwas dranzubleiben. Und alleine machen Dinge eben weniger Spaß als mit anderen. Und beim Golf ist es aktuell so: Ich bin (noch) nicht so gut, dass ich mit Spaß mit anderen spiele (falsches Schamgefühl oder so was in der Richtung), also spiele ich alleine und verliere nach und nach die Lust, was mich in meine Spielstärke auch wieder nicht weiterbringt. Nennt man wohl einen Teufelskreis.

Auch bin ich aktuell kein guter Gast/Gesprächspartner. Meist ruhig, ohne Lächeln im Gesicht, stattdessen miesepetrig drauf und oft mit sarkastischen Bemerkungen. Das ist demletzt sogar dem Sohn meines Cousins aufgefallen. Und der ist gerade mal acht. Hat am nächsten Tag zu seiner Oma/meiner Tante gemeint „Der X hat mir gestern aber gar nicht gefallen“ – was mir selbst an diesem Tag (sein Geburtstag) allerdings gar nicht aufgefallen ist.

Ja, dieser Abend … Später noch mit ein paar Freunden weggewesen, was anfangs ganz schön war. Zum Ende hin wollte ich allerdings nur noch nach Hause – was aber (natürlich) nicht an ihnen lag. Am nächsten Tag dann mit Unterleibsschmerzen ins Krankenhaus, wo ich dann auch Weihnachten und noch ein paar Tage mehr verbracht habe. Das hat mir allerdings überhaupt nichts ausgemacht. So hatte ich wenigstens für ein paar Tage Gesellschaft. Der erste Tag zuhause war dann auch schlimmer als die 6 Tage im Krankenhaus.

Und jetzt noch über eine Woche krankgeschrieben zu Hause. Hatte mich zwar über die lange Dauer gewundert, den Arzt aber nicht mehr nach dem Grund gefragt. Eigentlich könnte ich von meinem subjektiven empfinden her, morgen durchaus wieder für meine 3 Tage in die Säuremine zur Arbeit gehen, andererseits krieg ichs eh nicht gedankt – und würde mich wieder nur über meinen arschigen ‚Chef‘ aufregen – dem ich mindestens eine Teilschuld an meiner Misere gebe.

So hab ich jetzt Gelegenheit, mal einen dieser Online- Programmierkurse anzufangen, von denen ich demletzt einige für 10 Euro erstanden habe. PHP, SQL, JavaScript und solche Dinge. Befürchte aber, dass ich mich nicht aufraffen kann und es daher nicht dazu kommen wird.

Auch meinen Plan, einmal die Woche etwas zu traden, hab ich nicht weiter verfolgt. In meiner Verfassung, wäre ich wohl nicht ernsthaft bei der Sache gewesen und hätte eher Verluste als Gewinne gemacht.

Was mir allerdings Spaß macht und mich wenigstens 2 mal im Monat etwas Sinnvolles tun lässt, ist mein ehrenamtlicher Job bei der Tafel. Das kann in einem halben Jahr allerdings auch schon wieder anders aussehen.

Muss im Januar unbedingt mal meine Therapeutin anrufen, bei der ich noch eine Stunde gut habe. Vielleicht lass ich mir auch wieder ein paar Stunden verordnen. So wie jetzt kanns jedenfalls nicht weitergehen.

Alles steht Kopf / Inside Out

Gestern war ich ja im Kino. Alles steht Kopf. Von Pixar.

Inhalt muss ich nicht weiter erklären. Aber ich fand es toll, wie die verschiedenen Gefühle (Freude/Heiterkeit (Joy), Kummer/Traurigkeit (Sadness), Ekel, Angst, Wut) dargestellt wurden – und vor allem was passiert, wenn die Freude aus dem Leben verschwindet und eine Welt/Insel (Freunde, Familie, …) nach der anderen verschwindet.

So gut und verständlich kann man jemandem Depressionen erklären. Hier und hier.

Unbedingt angucken!

Wieder in der Spur

So,

hatte ja heute wieder mal – nach 6 Wochen Pause – eine Therapiestunde. Und es hat sich wieder gelohnt. Meine Thera hat mich wieder in die Spur gebracht.

Hatte ihr von meinem Rückfall und meinen Zweifeln vom Wochenende erzählt und sie hat meine Bedenken angenommen, aber auch zerstreuen können.

Mag daran liegen, dass sie den Club gut kennt und daher auch konkrete Befürchtungen, Bedenken oder auch nur Unsicherheiten aufklären konnte. Fühlte mich nach der Stunde gleich viel besser und werde mich die Woche dann wohl doch anmelden.

P.S. Auf der Arbeit hätte ich heute wieder kotzen können. Hab ich in der Thera aber nicht angesprochen. Erstens weil keine Zeit mehr war und zweitens weil ich mich mit dem Gedanken ‚ab Januar sinds nur 3 Tage die Woche‘ ganz gut beruhigen kann. #projekt25

 

Rückfall

Oh Mann, mir gings die ganze Zeit so gut – was man auch daran gemerkt hat, dass ich hier seit fast 4(!) Monaten hier nichts mehr geschrieben habe – und jetzt so was …

Heute wollte ich nachmittags los, um mich im Golfclub anzumelden, also in den Verein einzutreten. Hatte vor kurzem einen Platzreifekurs gemacht, war auch schon mal bei einem Club hier in der Nähe auf dem Platz und es macht auch Spaß.

War also eigentlich(!) fest entschlossen, in nen Club zu gehen und ab nächstem Jahr, wo ich auch mehr Zeit haben werden, regelmäßig zu spielen.

Hab den Antrag hier seit gut 2 Wochen liegen und auch die Tage nochmal mit dem Herrn aus dem Club gesprochen, der sich um Interessenten kümmert und gestern den Antrag auch ausgefüllt. Und jetzt kommen mir Zweifel. Nicht nur, ob das mit dem Golf das Richtige ist, sondern auch, ob die Entscheidung, ab Januar nur noch Teilzeit zu arbeiten, die Richtige war. Ich stelle also genau das in Frage, was mir offenbar die letzten Wochen so gut getan hat.

Heute also ständig hin- und her überlegt, dann mich aber entschlossen, hinzufahren und den Antrag abzugeben. Und dann ist (fast) genau das passiert, was vor 3 Jahren auch passiert ist … Ich war fertig angezogen, stand an der Wohnungstür und hätte es fast nicht geschafft, rauszugehen. (Genau die Szene von vor 3 Jahren hab ich die Tage nem Kumpel erzählt.)

Naja, letztlich hab ichs doch geschafft. Am Club dann, aufn Parkplatz gefahren, ins Clubhaus gegangen und erst nach Frau R (der Managerin, mit der ich vor knapp 4 Wochen zuerst gesprochen hatte) und dann nach Herrn S (dem ‚Betreuer‘ der Neuen) gefragt. Beide waren nicht da. Sie im Urlaub, er aufm Platz. Ich war fast erleichtert. Hätte den Antrag natürlich auch bei der Sekretärin lassen können – was ich aber nicht getan habe.

Also ich werde das wohl machen. Was mich nur verstört, ist der Umstand, warum ich das grade wieder in Frage stelle. Müssen wir am Mittwoch mal drüber reden – nach 6 Wochen Therapiepause.

Noch ist ja nichts passiert, ich kann den Antrag genauso gut in einer Woche noch abgeben. wichtig wäre nur, dass ich es wirklich mache. Warum? Ab Montag in einer Woche hab ich ein paar Tage frei. Da könnte ich dann schon mal das eine oder andere Mal auf die Drivin Range – und vielleicht auch mal auf den Platz.

4 Wochen Pause rum

So,

nach 4 Wochen Pause wieder mal ein Posting im ‚Depri-Blog‘.

Und – ebenfalls nach 4 Wochen – wieder eine Therapiestunde. Die war für meine Therapeutin wohl sehr entspannt – weil ich die meiste Zeit erzählt habe. Also heute war es eher ein Monolog denn ein Dialog.

Es gab ja auch viel zu erzählen, weil sich soviel getan hat in den letzten 4 Wochen.

Hatte ja im letzten Posting schon etwas angedeutet,

Ich kann mag heute noch nichts weiter dazu sagen, aber wenn das so laufen könnte, wie ich mir das heute vorstelle, dann könnte mich das in punkto Lebensqualität und -zufriedenheit sehr weiterbringen

das aber nicht weiter ausformuliert.

Es geht darum, dass ich gerne etwas weniger arbeiten würde (vielleicht so 3 Tage die Woche) und stattdessen 1.) mehr Zeit für mich haben und 2.) mich sozial engagieren will.

Die Vorbereitungen sind soweit abgeschlossen. Jetzt muss ich nur noch mit meinem Chef sprechen, was voraussichtlich aber erst übernächste Woche passieren kann.

Die Therapeutin hat mich heute nochmals in meinem Entschluss bestärkt und mir dazu geraten, weil sie ebenfalls der Meinung ist, dass das sehr gut für mich wäre und mir sehr viel bringen würde. Lebensqualität, neue Erfahrungen, usw usf.

Euphorie

Heute wieder eine sehr geile Therapiestunde gehabt.

Es ging um ein Thema, das mich die letzten Tage sehr beschäftigt hat und im weiteren Sinne – mehr oder weniger zufällig – das Ergebnis einer Hausaufgabe war, die ich vor einigen Wochen gestellt bekommen hatte. Die hatte ich zwar nicht unmittelbar erledigt, allerdings aber auch nicht aus den Augen verloren.

Der Auslöser des Umstands, dass ich mich jetzt damit beschäftige war aber nicht die Hausaufgabe (ok, die sicher auch, allerdings nicht sehr konkret) sondern einige Ereignisse, die erstmal mit mir selbst nicht allzuviel zu tun haben.

Ich kann mag heute noch nichts weiter dazu sagen, aber wenn das so laufen könnte, wie ich mir das heute vorstelle, dann könnte mich das in punkto Lebensqualität und -zufriedenheit sehr weiterbringen.

Also meine Therapeutin fand meine Überlegungen richtig klasse und hat mich darin bestärkt, diese weiter zu verfolgen.

Wie gesagt, ich muss die nächste Zeit  mal die Möglichkeiten ausloten und hoffe, dass ich dann immer noch so euphorisch bin wie heute.

Später mehr. Hoffentlich.